Vorschulkinder
Mit einer speziellen Diagnostik können Risikokinder, die möglicher Weise eine Lese-Rechtschreib-, oder Rechenschwäche entwickeln können, schon im Vorschulalter herausgefiltert werden. Sind erst einmal die Entwicklungsdefizite bei dem Kind erkannt, können diese durch eine gezielte Förderung noch vor dem Schuleintritt oder auch noch parallel zu den ersten Schulmonaten ausgeglichen werden.
Das Erkennen der Risikokinder und die Aufklärung der Eltern über die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart bei den Kindern ist heute im Zusammenhang mit der Einschulung von 5jährigen Kindern ganz besonders wichtig. Das Gesetz hat sich geändert und 5jährige können bzw. müssen (je nach Bundesland) heute eingeschult werden. Aber hat sich auch die Schule dementsprechend verändert und sich auf die Bedürfnisse der 5jährigen eingestellt? Eine entsprechende Diagnostik der Wahrnehmungsleistungen (visuelle und auditive Wahrnehmungsverarbeitungen, Körperschema und Raumorientierungen) ist bei solchen Kindern sehr zu empfehlen, damit nicht aufgrund von Defiziten in diesen Bereichen, die natürlicherweise mit 5 Jahren noch da sein können, Lernschwierigkeiten auftreten.
Kommen 5jährige Kinder in die Schule, dann fehlen ihnen im Vergleich zu 6jährigen Kindern 13% an Entwicklungszeit und gegenüber 7jährigen Kindern fehlen ihnen sogar 29% Entwicklungszeit. Die Wahrnehmungsentwicklung braucht Zeit und viele gegenstandsgebundene Auseinandersetzungen. Diese Zeit fehlt den 5jährigen Kindern.
Das bedeutet nicht, dass 5jährige Kinder nicht auch schon in die Schule gehen können. In anderen Ländern ist das sogar die Norm und in manchen Ländern beginnt sie Schule sogar schon für 4jährige Kinder. In diesen Ländern sind aber die ersten Jahre in der Schule ganz anders gestaltet und legen eben sehr viel Wert auf das Ausreifen der Wahrnehmungen.
Die Diagnostik
kann je nach Wunsch im Kindergarten oder auch außerhalb des Kindergartens durchgeführt werden. Dabei werden spezielle Bereiche der Wahrnehmung und deren Verarbeitung getestet. Dabei zeigen sich ganz konkret die Bereiche, die in der Entwicklung noch nicht altersgerecht sind.
Eine lerntherapeutische Frühförderung
des Kindes kann ebenfalls im Kindergarten oder auch außerhalb des Kindergartens individuell oder auch in kleinen Gruppen erfolgen. Eine Förderung kann ein- bis zweimal in der Woche für 45 min erfolgen. In der Förderung wird sehr viel Wert auf Körperarbeit und auf die visuelle und auch auf die Hörverarbeitung (phonologische Bewusstheit) gelegt, da das zentrale Elemente sind, die für das Lesen, Schreiben und Rechnen von Bedeutung sind.